Da malt man sich die erste eigene Wohnung schon so perfekt aus: Hohe Decken, traumhafter Parkett-Fußboden, die allerbeste Lage im Szeneviertel der Stadt und für das geliebte Auto ein eigener Stellplatz. Doch die erste Suchanfrage im Internet ist mehr als ernüchternd. Alle Wohnräume, die dem imaginären Pinterest-Board entsprechen, sind nur zu bezahlen, wenn man für die nächsten Jahre komplett Urlaub, Klamotten und Nahrung verzichtet.

Wir wissen, wie hart die Preise der erträumten ersten Bude oft mit der weniger traumhaften Realität des Kontos konkurrieren. Mit unseren Tipps kann aus dem kleinen Appartement mit einigen Abstrichen jedoch schon bald das erhoffte Abenteuer und Paradies werden!

Zuhause ausziehen – Learning by doing

Die ersten vier Wände sollten vor Allem das sein, was sie sind: die allerersten. Verbessern kann man sich danach immer noch, denn hier gilt es zunächst, Erfahrungen im Umgang mit Miete, Nebenkosten, Haushalt und Budget zu lernen und seine eigenen Ausgaben im Blick zu haben. Denn nur, wenn wir genau wissen, was uns monatlich zur Verfügung steht und wofür und wie schnell wir es ausgeben, können wir den Umgang mit unserem Geld lernen und tappen nicht in fiese Schuldenfallen.

Zunächst stellen wir uns die Frage, ob wir allein wohnen möchten und dabei Abstriche am Wohnraum, Design und der Lage machen können. Oder möchten wir unseren Traum vom Altbau doch noch verwirklichen und nehmen dabei das Wohnen in einer WG in Kauf? Die erste eigene Wohnung sollte eine Kaltmiete von 300-500 Euro nicht überschreiten, ähnlich auch das angemietete Zimmer in einer WG. Nicht zu vergessen die Kaution von 1-3 Monatsmieten (kalt), die wir beim Einzug als Sicherheit hinterlegen müssen.

Die doofen Nebenkosten

Zum guten Ton der meisten Vermieter gehört es mittlerweile, die Objekte und Appartements frisch renoviert zu übergeben. Damit sparen wir uns als Mieter eine Menge Zeit, Geld und Nerven, die wir sonst mit Streichen und Tapezieren zugebracht hätten. Denn Kosten finden wir schon bald an allen Ecken. Zur Kaltmiete gehören noch die sogenannten Nebenkosten. Die beinhalten alle Hauskosten für Wasser, Abwasser, die Müllabfuhr, den Winterdienst und die Treppenhausreinigung.

Es gibt aber auch noch die Dienste, die wir selbst für uns anmelden müssen. Dazu gehören Strom, Gas und eine schnelle Internet- und Telefonverbindung, auf die wir auf gar keinen Fall verzichten können. Ein Blick in die Online-Vergleichsportale lohnt sich, um für den jeweiligen Dienst den günstigsten Anbieter zu finden und etwas Geld zu sparen. Besonders auf die Art der Heizung sollten wir beim ersten Besichtigen einen genauen Blick werfen: Nachtspeicher-Öfen und Durchlauferhitzer können im Einzelfall hohe Stromkosten verursachen. Damit wir nach dem ersten Jahr der Unabhängigkeit bei der Stromabrechnung nicht hintenüberkippen und finanziell ruiniert sind, empfehlen sich Etagenheizungen oder gasbetriebene Thermen eher. Mit ihnen kann unser tatsächlicher Verbrauch besser abgerechnet werden.

… auch Kleinvieh macht Mist

Sind wir dann im Laufe des ersten Jahres zudem noch sparsam, schalten immer das Licht aus, spülen beim Toilettengang nur kurz und lassen beim Zähneputzen nicht länger als nötig das Wasser laufen, so gibt’s am Ende vielleicht auch noch etwas Geld aus den Nebenkosten zurück. Und das wäre doch perfekt dazu, unserem Traum von einer Elle-Decoration-Inneneinrichtung ein weiteres Stück näher zu kommen!

Pro Tipp: um euer Hab und Gut auch langfristig zu schützen und vor dem Wasserbruch in der Altbau Wohnung über euch oder dem gewieften Dieb, der bei euch große Beute wittert, zu schützen, empfehlen wir euch eine Hausratsversicherung abzuschließen. Auch hier gibt es tausend verschiedene Anbieter, die sich aber dank Google leicht miteinander vergleichen und meist auch direkt online abschließen lassen.

Wir wissen, wie überwältigend all die Kosten und Aufgaben beim Auszug auf den ersten Blick aussehen können. Doch mit diesem kleinen Leitfaden können wir mit ein paar Zugeständnissen und finanziellen Tricks schon bald unsere ersehnten Pinterest-Wohn-Traum gestalten. Und das werden garantiert nicht die letzten vier Wände sein!