Der Himmel hängt voller Geigen, alles erscheint rosarot. Wir schauen unseren Schatz an und wissen: Mit ihm oder ihr wollen wir den nächsten Schritt wagen und zusammenziehen. Bei den einen ist dieser Punkt bereits nach wenigen Monaten erreicht, bei anderen dauert es mehrere Jahre. Beides kann funktionieren. Doch was gilt es zu beachten?

But first: Zu dir oder zu mir?

Der erste Schritt zum Zusammenleben ist das gemeinsame Nest! Doch hier steht man bereits vor der größten Entscheidung: zu ihm, zu dir, oder etwas Neues?

Gedanken wie „Wollen wir jede Nacht in demselben Bett schlafen, in dem auch schon seine schreckliche Ex gelegen hat?“ oder „Zu zweit in meiner kleinen Wohnung? Da gehen wir uns ja sofort auf den Keks“ geistern uns direkt durch den Kopf. Fazit: auf dem völlig überlaufenden Wohnungsmarkt ein gemeinsames Nest suchen. Was macht man nicht alles für die gemeinsame Zukunft 😉

Willkommen Alltag!

Die gemeinsamen 4 Wände wurden zusammen ausgesucht, Ideen und Wünsche zur Einrichtung geäußert und eine neue Wandfarbe ohne viel Unstimmigkeit gemeinsam ausgesucht. So weit so gut.

Doch dann geht es an das Eingemachte. Wer kauft die Möbel, die neu angeschafft werden müssen? Wer zahlt das erste Mal den Großeinkauf für das leckere Dinner am Samstagabend? Wer kauft die Blumen für den Balkon? Wessen Bankkonto wird für die Einziehung der Mietkosten, Stromkosten und Co. hinterlegt? Schnell merkt man, dem Thema Geld kann keiner in einer gemeinsamen Wohnung bzw. in einer Beziehung aus dem Weg gehen.

„Hallo? Über Geld spricht man doch nicht?“ Wir sagen: OH DOCH!

Klare Regeln, Absprachen und eine offene Kommunikation verhindern Stress. Ganze 26% der Paare geben demnach finanzielle Probleme als Beziehungskiller an. 11% stehen wegen diesen leidigen Themas sogar vor der Trennung. Da sorgen wir doch lieber direkt von Anfang an vor und sparen uns das Drama.

Sprecht das Thema unbedingt vor dem Aussuchen der neuen Wohnzimmerwandfarbe an und klärt erst einmal allgemeine (aber super wichtige) Fragen wie:

  • Wem liegt das Finanzielle mehr? Wem macht es mehr Spaß sich mit Banken und Versicherungen auseinanderzusetzen? Derjenige sollte sich darum auch in erster Linie kümmern – natürlich in gegenseitiger Absprache.
  • Wer verdient wie viel? Hier ist es wichtig zu gucken, wie viel Budget jedem zur Verfügung steht bzw. wie viel Budget jeder ausgeben möchte. 
  • Wer zahlt was?
  • Wer zahlt größere Anschaffungen? 
Sparpotenzial durch Zusammenzug?

YES! Alle wichtigen Anfangsfragen sind geklärt und es steht einem Einzug nichts mehr im Wege. 1 Haushalt + 1 Haushalt = 2 Haushalte? Nein, wir versuchen bei einem Haushalt zu bleiben und sparen dabei noch Geld. Das größte Sparpotential liegt auf der Hand: man zahlt nur noch eine Miete.

Wichtig dabei: lasst euch beide in den Mietvertrag eintragen und seid damit beide gleichermaßen für die Mietzahlung verantwortlich. Einerseits kann das sehr nervig werden, wenn unser Partner seiner Verpflichtung, die Miete zu zahlen, nicht nachkommt. Dann müssen wir in die Bresche springen. Andererseits kann man uns, im Fall der Fälle, nicht einfach rausschmeißen. In der Regel nimmt uns der Vermieter die Entscheidung sowieso ab. Die meisten wollen, dass alle Erwachsenen, die bei ihnen leben, auch im Mietvertrag aufgeführt sind. So haben sie mehr Sicherheit bei der Vermietung.

Zusätzlich können viele Versicherungen zusammengelegt und von beiden Partner gleichermaßen genutzt werden.

Hierzu zählen unter anderem die Hausrat-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung. Wir können uns bei unseren Versicherern erkundigen, ob wir unseren Partner oder unsere Partnerin in unseren Vertrag aufnehmen können. Häufig gibt es günstige Partnertarife.

Eine Notiz am Rande: Auch wenn wir ein Paar sind, ist jeder für seine Angelegenheiten selbst verantwortlich. Das bedeutet, dass unser Freund zum Beispiel nicht die automatisch unsere Handyrechnung übernehmen muss. Selbst ist die Frau!

Mein Konto, dein Konto, unser Konto

Wenn wir uns entscheiden, zusammen mit unserem Partner ein gemeinsames Konto anzulegen, lauern einige Stolpersteine: Wer zahlt wie viel ein? Wer gibt wie viel aus? Welche Ausgaben haben wir – zusammen und einzeln?

Wir empfehlen daher das drei Kontenmodell: du hast dein eignes Konto, dein Freund hat sein eigenes Konto und ihr habt zusammen eins. Auf das gemeinsame Konto zahlt ihr an eurem Gehalt anteilig gemessen einen bestimmten Fixbetrag jeden Monat ein, mit dem Kosten wie Miete, Internet, weitere Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel und Co. beglichen werden.

Ein Teil eures Gehaltes bleibt dann zusätzlich auf eurem eigenen Konto womit persönliche Ausgaben getätigt werden können und euer Sparschwein gefüttert wird.

So wird dein neues Outfit nicht direkt zum Streitpunkt.

What else?

Wie oben bereits beschrieben, sollten wir uns eines zu Herzen nehmen: Reden, reden, reden! Auch wenn uns etwas absolut klar oder unwichtig erscheint, sollten wir so oft wie möglich mit unserem Partner reden. Das beugt Missverständnissen vor. Auch ist es wichtig – trotz rosaroter Wolken – darüber nachzudenken, was passiert, wenn man sich trennt. Gut, wenn dann jedem klar ist, was wer bezahlt hat und man sich den Streit ums geliebte Sofa direkt spart. Wenn das nicht der Fall ist, versucht trotzdem gemeinsam einen Weg zu finden, der beide Seiten zufrieden stellt.

Casherella Tipp (der uns sehr am Herzen liegt): bitte verfallt nicht in alte Rollenmuster. Nein, die Frau ist nicht mehr nur für den Herd und den Abwasch zuständig. Die Wäsche wäscht sich auch gemeinsam am besten und das Putzen macht zu zweit auch doppelt so viel Spaß. Steht für eure Rechte ein und lasst es gar nicht erst zu, dass hier ein Ungleichgewicht entsteht.


Kleine Alltags-Helfer

Wir haben eine kleine Auswahl an modernen Helfern zusammengestellt, die euch den Alltag zusätzlich erleichtern können:

  • UpTo: Der gemeinsame Kalender in den Gruppenmitglieder Eintragungen machen können.
  • Doodle: Mit Doodle kann man gemeinsam Termine finden.
  • Splitwise: Kosten ganz einfach in dieser App teilen – auch zwischen Freunden 
  • Denkst-du-daran: Eine interaktive Einkaufsliste, die von allen Gruppenmitgliedern laufend aktualisiert werden kann.

Wir halten fest: Es ist das A und O in einer Beziehung und bei einem Zusammenzug mit seinem Partner über das Thema Geld zu sprechen. Sind wir erst einmal im Thema drin, fällt es uns auch leichter den Alltag zu meistern und Streitigkeiten in Bezug auf Geld zu vermeiden.

Und nun genießt gemeinsam eure neuen vier Wände!